Am vergangenen Freitag, den 23.01.2014, trat Unzucht im Underground Köln auf. Unzucht waren auf Tour mit ihrem neuen und nun dritten Album Venus Luzifer.

Bisher war ich noch nicht im Underground Köln gewesen, aber die Gegend war mir wohlbekannt, da die Live Music Hall quasi nebenan liegt. Und glücklicherweise fand in dieser auch kein Event statt, sodass man im Lichtviertel tatsächlich Parkplätze im Überfluss hatte. Durch eine Freundin stand ich in der Schlange – in Form einer Menschentraube – dann plötzlich weit vorne. Und wie ätzend: Neben dem Eingang und der Schlange eine Autowerkstatt, wo ständig die Leute für die Autos Platz machen mussten. In den Underground-Konzertraum, welchen ich mir in etwa so groß vorstellte, wie er war, passten wohl um die 200 Leute. Wir konnten uns hinten, gegenüber der Bühne, dann die Stehtische auf einem Podest sichern – an einem Stehtisch stehen während eines Konzerts, wie geil! Und noch bevor es los ging, blickte mich dann plötzlich @wonderinghow an und ich blickte verwundert zurück. Dabei hatte sie auf Twitter nicht ein Wort verlauten lassen…

Als Vorband standen dann Death Valley High auf der Bühne, die irgendwie niemand so recht kannte. Gut, sie kamen auch aus Kalifornien. Es war auch schwierig zu beurteilen, welche Musik sie eigentlich spielten, aber man merkte, dass sie so einen Stil von amerikanischer Teenie-Band hatten, den man aus amerikanischen Filmen kennt. Während des Auftritts konnten sie auch das Publikum nicht bewegen und gerade einmal die vordersten Reihen klatschten. Da brachte es auch nichts, dass die Vorband total laut war und ich froh um meinen Gehörschutz war. Ich fragte mich immer wieder, ob ich heute eine schlechte Wahrnehmung hätte, aber am Ende wurde mir auch quasi vorher, währenddessen und nachher bestätigt, dass die Vorband nicht gut sei. Sie standen dabei von 20:00 bis 20:40 Uhr auf der Bühne.

Unzucht

Unzucht

So langsam wurde der Raum auch immer voller, wahrscheinlich waren die meisten Leute im anderen Teil des Undergrounds. Und dann standen auch schon um 21:00 Uhr Unzucht auf der Bühne und legten mit Wir sind das Feuer, dem ersten Titel des neuen Albums, los. Danach folgte Seelenblind, auch vom neuen Album. Unzucht musste quasi nun für sich selbst Vorband spielen, schaffte dies aber bereits mit dem dritten Titel Das belgische Inferno, welcher allerdings auch vom ersten Album stammt.

Nach Meine Liebe, Ikaria und Kind von Traurigkeit folgte dann mit Unendlich ein Titel, wo Sänger Daniel Schulz das Publikum nur kurz das Publikum anstachelte und dann alles von selbst ging: Hey-Rufe sowie ein Meer von Händen. Darauf folgte dann mit »Lasst uns ein bisschen Tango tanzen« Der letzte Tanz, wo auch wieder das ganze Publikum der Band »Hey!« entgegen rief.

Unzucht – Sänger Daniel Schulz in Schieflage

Unzucht – Sänger Daniel Schulz in Schieflage

Nach Der Versuch zu leben und Unzucht wusste das Publikum dann erst nicht, was Sänger Daniel Schulz wollte: Er wollte ein wenig Crowdsurfen! Allerdings ging dies nur kurz und das Publikum in den ersten Reihen hätte ihn einmal fast fallen lassen. Da stand das Publikum wohl doch nicht eng genug zusammen, aber es war ja auch Platz.

Weiter ging es dann mit dem ruhigeren Titel Während wir uns verlieren, welcher dann wohl auch als Überleitung zu Neugeboren diente, welchen Daniel Schulz nur dann leise mit »Und wir sind neu geboren« einleitete. Mit Nur die Ewigkeit zeichnete sich vom Gefühl her irgendwie so langsam schon der Ende des Auftritts ab und dies bewahrheitete sich dann auch: Nach dem Titel fragte Daniel Schulz: »Habt ihr Bock auf Finale?«, und danach folgte Engel der Vernichtung.

Nachdem Unzucht von der Bühne verschwanden und für die erste Zugabe wiederkam, folgte dann Schweigen. Nach dem Titel folgte dann aber Deine Zeit läuft ab, was das Publikum nochmal richtig zum Tanzen brachte.

Aber nun verschwanden Unzucht auch nicht ganz, sondern gaben noch eine zweite Zugabe, welche mit Mein Grab begann. Als tatsächlich letzter Titel folgte dann Mit dir oder ohne dich, wo der Titel aber nach kurzer Pause in den Refrain von Wir sind das Feuer überging, also quasi ein Rücksprung zum allerersten Titel der Setlist. Unter unter dem Stück Comptine d’un autre été (vom Tape) verabschiedeten sich Unzucht dann ganz. Sie standen dabei über 90 Minuten auf der Bühne.

Obwohl ich Unzucht nun schon das dritte Mal live sah, war dies doch das erste Mal, wo sie nicht selbst als Vorband fungierten. Apropos Vorband hätte man sich diese bei diesem Konzert auch sparen können. Unzucht zeigten sich, wie schon gewohnt, energiegeladen und machten gut Stimmung. Von den 18 Titeln stammten 7 aus dem neusten Album Venus Luzifer, 7 aus Todsünde 8 und die restlichen 4 aus Rosenkreuzer. Und dieser Stehtisch war echt toll, so hatte ich einfach mal keine Rückenschmerzen. Ein guter Jahresauftakt also und hoffentlich fungieren sie beim diesjährigen Blackfield Festival nicht dann wieder als totale Vorband…

Unzucht

Unzucht

 

Setlist: setlist.fm